Das ökologische Badezimmer – Bau und Gestaltung

Jeder von uns überlegt sich hin und wieder, wie er sein Heim verschönern könnte – und neuerdings auch, wie dies besonders nachhaltig geschehen könnte. Doch wie genau lässt sich ein Badezimmer ökologisch bauen und einrichten? Wer noch zweifelt, findet im Folgenden wertvolle Ideen dafür. Es geht dabei um die jeweiligen Materialien, um Zubehör, aber auch um nachhaltiges Verhalten. So wird bereits der morgendliche Gang ins Badezimmer für dich zu einem angenehmen und bewussten Erlebnis.

Materialien fürs Bad

Neben Sperrholz ist Bambus, ein äußerst schnell wachsender Rohstoff, ein beliebtes Material, aus dem Badmöbel wie etwa der Waschtisch oder Hocker hergestellt sind. Generell solltest du weitgehend auf Kunststoffe verzichten. Dies gilt zum einen für die verwendeten Klebstoffe, aber zum Beispiel auch für den Duschvorhang, den du mittlerweile beispielsweise aus Leinen oder Baumwolle kaufen kannst.

Für Fliesen sind hübsche Naturfarben wie Weiß, Grau oder Erdtöne zu empfehlen. Was das Material angeht, erweisen sich neben Keramikfliesen sogenannte Hygiene-Fliesen als sehr komfortabel. Diese besitzen eine spezielle Oberflächen-Veredelung, die sowohl luftreinigend als auch antibakteriell wirkt und somit einen Großteil der sonst nötigen Reinigung und die dafür nötigen Ressourcen spart. Außerdem sind sie für Allergiker bestens geeignet und zerkratzen kaum. Im Handel sind darüber hinaus Fliesen aus Bambus, Kork oder aus nachhaltigem Beton erhältlich.

Bei Accessoires wie etwa Handtüchern, Bademänteln, Schwämmchen, Fußmatten oder Zahnbürsten kannst du ebenso voll und ganz auf natürliche Materialien zurückgreifen. Hier gibt es attraktive Angebote aus Bambus, Bio-Baumwolle, Hanf oder Mikrofaser, um nur einige zu nennen.

Badewannen aus Stahl-Emaille wiederum sind sehr lange haltbar und allein deshalb eine Überlegung wert. Sie bieten eine Garantie von 30 Jahren und können anschließend komplett recycelt werden.

Einsparen, wo möglich

Sparen lässt sich an verschiedenen Stellen, um sein privates Leben umweltfreundlicher zu gestalten. Eine Möglichkeit im Badezimmer ist der bewusste Umgang mit Wasser – gerade, weil wir dort normalerweise am meisten davon verbrauchen. Mit einem entsprechenden Duschkopf kannst du beispielsweise beim Duschen Wasser sparen. Es ist allgemein ökonomischer, zu duschen als zu baden. Allerdings sollte man nicht zu lange duschen und das Wasser ausmachen, während man zum Beispiel seine Haare shampooniert.

Einsparen kannst du außerdem, wenn du statt eines Boilers einen Durchlauferhitzer benutzt – was das Wasser als auch den Energieverbrauch anbelangt. Auf diese Weise wird nur die Menge an Wasser beheizt, die du auch wirklich verwendest.

Automatische Wasserhähne mit Infrarot-Sensor verhindern einen allzu großen Wasserverlust, weil man nicht immer daran denkt, den Wasserhahn zu betätigen, wenn man sich etwa das Gesicht wäscht.

Mit der größte Wasserverschwender im Badezimmer ist die Toilette. Im Durchschnitt werden bei jeder Spülung neun Liter Wasser verbraucht. Es gibt inzwischen Toiletten mit Sparmechanismen, die du unbedingt für dich nutzen solltest. Die moderne Toto Toilette aus Japan besitzt ein duales Spülsystem. Hier wird das WC kurz vor der Benutzung mit Wasser benetzt, um die Anhaftung von Schmutz zu verhindern, und Toilettenpapier, das in herkömmlicher Form aus Bäumen hergestellt ist, durch ein spezielles Stabdüsensystem überflüssig gemacht.

Schließlich kannst du auch gering verschmutztes Abwasser weiter benutzen, um beispielsweise Pflanzen zu gießen.

Tipps für die Reinigung

In Sachen Reinigung solltest du natürlich einen großen Bogen um chemische Putzmittel machen und zu Bio-Varianten greifen. Viele davon sind vollständig abbaubar und zudem schonender für die Oberflächen. Es ist sogar möglich, aus Essig und Zitrone selbst ein Reinigungswasser herzustellen, wobei der Essiggeruch Geschmackssache ist. Auch ist es umweltschonender, häufiger kurz zu reinigen, als bei einer Großreinigung Wasser und Putzmittel zu verschwenden.

Wenn du grüne Pflanzen in deinem Badezimmer aufstellst, kann dies die Luftqualität merklich verbessern und zudem deinem persönlichen Befinden guttun. Vor allem der Farn, der ohnehin Feuchtigkeit liebt und nicht übermäßig viel Licht benötigt, ist dafür bestens geeignet. Du kannst jedoch auch Efeu benutzen.

Beleuchtung

Die beste Lichtquelle ist immer natürliches Licht. Wenn du keine Fenster zur Verfügung hast, sind LED-Lampen eine nachhaltige Option für die Beleuchtung. Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als etwa Halogenleuchten. Wer es romantisch mag und sich gern im Weichzeichner betrachtet, kann auch gerne stimmungsvolle Kerzen anzünden.

Heizung

Heizungen fressen in der Regel viel Energie. In kleineren Badezimmern geschieht dies eigentlich unnötigerweise. Nachhaltiger sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel Handtuchhalter oder Fußbodenheizungen. Wenn du in einer wärmeren Region lebst, kannst du dir sogar überlegen, dein Warmwasser aus Solarenergie zu gewinnen – fürs Badezimmer genauso wie für die Küche und die Waschmaschine.

Eine weitere Möglichkeit, um mit Ressourcen und Materialien verantwortungsvoll umzugehen, ist es, den Vintage Stil zu pflegen und zu recyceln, anstatt Neues zu kaufen. So verhilft beispielsweise ein neuer Anstrich oder die Verwendung von gebrauchten Fliesen oder von antiken Regalen bereits zu einem interessanten neuen Look.

 

Uli
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